
Die Malerei von José Enguídanos lässt sich nur schwer in Worte fassen: Wie lässt sich das Gefühl beschreiben, das entsteht, wenn man sich an einem vertrauten Ort befindet, dieser sich jedoch plötzlich und unerklärlich fremd anmutet? Genau diesen unbeschreiblichen, undefinierbaren Eindruck transportieren die Werke des spanischen Malers und versetzen den Betrachter in einen ebenso eigentümlichen Gemütszustand: zunächst irritiert und leicht verwundert, schließlich jedoch neugierig und gefesselt. In diesem Spannungsfeld liegt die besondere Faszination von José Enguídanos’ Kunst.
In seiner Einzelausstellung Arquitectura del Alma ∙ Architektur der Seele präsentiert der Maler eine Serie neuer Arbeiten, die das besondere Verhältnis von Architektur und Natur in den Mittelpunkt stellen und beide Elemente miteinander verschmelzen lassen. Wie so häufig im Schaffen des 1962 in Albacete geborenen Malers findet sich der Betrachter mit Szenen konfrontiert, die Realität und Illusion auf einzigartige Weise vereinen. Verlassene, atmosphärisch aufgeladene Landschaften, die wie geheimnisvolle, nahezu apokalyptische Visionen wirken, öffnen sich vor den Augen des Betrachters und zeugen von einer surrealen Welt voller Magie und Rätsel.
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Der 1911 in Chile geborene Roberto Matta zählt zu den bedeutendsten und eigenwilligsten Künstlern des 20. Jahrhunderts. Nach seinem Architekturstudium in seinem Heimatland kam Matta 1933 nach Paris, wo er im Atelier von Le Corbusier arbeitete und bald Kontakte zum Kreis der Surrealisten knüpfte. 1938 nahm er an der Internationalen Ausstellung des Surrealismus teil und ging 1939 wie viele seiner Malerkollegen ins Exil nach New York.
Wie seine Künstlerkollegen André Masson und Max Ernst übte auch er einen bedeutenden Einfluss auf den sich entwickelnden amerikanischen Abstrakten Expressionismus aus. In seinen Gemälden der 1940er Jahre schuf Matta Innenlandschaften - "inscapes" - mit apokalyptischen und kosmologischen Panoramas von kristalliner Transparenz. Die Arbeitsmethode, die er zu dieser Zeit entwickelte, bestand in der Verschmelzung der automatischen Strukturen des Surrealismus und der Farbverläufe des Hintergrunds mit einer so inspirierten und daraus resultierenden erscheinungsartigen, ungegenständlichen Landschaft.
Nach Ende des Zweiten Weltkriegs und der Rückkehr aus dem Exil, wo er sich zunächst in Rom und dann in Tarquinia niederließ, bevölkern in Mattas Bildpanoramen zunehmend anthropomorphe Maschinenwesen eine technoide Umgebung. Mattas künstlerische Auseinandersetzung mit dem rasanten Fortschritt der Wissenschaft und seine offenen politischen und philosophischen Positionen führten zu immer komplexeren, großflächigen und raumgreifenden Kompositionen. Matta verstarb im Jahr 2002 in Italien.