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23. Januar - 21. März 2020
Benvenuta, Italia!
DIE GALERIE, Frankfurt am Main

Benvenuta Italia! – Willkommen Italien! ist als enthusiastische Einladung in ein spannendes fünftes Galeriejahrzehnt zu verstehen, bei dessen Initialausstellung Italien und viele außergewöhnliche Talente von der Transavanguardia über die Pop Art bis hin zur Neuen Figuration und zeitgenössischen Abstraktion im Fokus stehen und einen vielseitigen und differenzierten Blick auf die italienische Kunstlandschaft versprechen.

Geprägt vom Surrealismus, der Pop Art und in seinen Materialbildern auch von der Arte Povera, ist Enrico Baj einer der wichtigsten Protagonisten der Kunst des 20. Jahrhunderts in Italien. Neben Gemälden und Zeichnungen sind es besonders seine aus verschiedenen Gegenständen und Materialien zusammengesetzten farbigen Masken, die es in DIE GALERIE zu entdecken gilt. Sandro Chia, Mitglied der Künstlergruppe Transavanguardia,  präsentieren wir mit ungewöhnlich reduzierten und aufwendigen Mosaiken. Valerio Adami, der Meister der italienischen Pop Art, sowie der Autor und Maler Emilio Tadini werden mit großformatigen Gemälden zu sehen sein. Der einzigartige Theatermacher, Schauspieler und Nobelpreisträger Dario Fo präsentierte sich erst spät als Maler, der er jedoch zeitlebens war. Mit Carlo Manini und Riccardo Cordero treffen – neben dem kunsthistorischen Schwergewicht Marino Marini – schließlich zwei in ihrem Minimalismus verwandte, jedoch in ihrer Materialwahl sehr konträre Bildhauer aufeinander. Stein zum einen und Metall zum anderen bilden die Grundlage für die in ihrer Einfachheit klassisch schönen Skulpturen. Freuen Sie sich außerdem auf Werke von Piero Dorazio, Mimmo Paladino, Mario Schifano und anderen.

 

Vernissage:

22. Januar 2020, 18:30 Uhr, nur nach vorheriger Anmeldung

 

Einführung von:

Dr. Stefania Canali, Historikerin

 

Highlight des Monats


Marino Marini
Cavaliere
Bronze
106 x 96 x 38 cm

Cavaliere ist ein Werk aus der Serie der Pferdeskulpturen, die Marino Marini in den 1930er sowie 1940er Jahren ausgeführt hat. Der Künstler verwendet eine reduzierte, schlichte Form, um die traditionell sakralen Beziehungen zwischen Mensch und Pferd zu zelebrieren und um dieser mystischen Vereinigung eine einzigartige materielle Präsenz zu verleihen.

Die gesamte Geschichte der Menschheit und der Natur liegt in der Figur des Pferdes und des Reiters", schreibt Marini, „seit meiner Kindheit habe ich diese Wesen, Mann und Pferd, beobachtet, (…) am Anfang bestand eine tiefe Harmonie zwischen ihnen, aber im Laufe der Zeit wandelte sich diese Harmonie durch die gewalttätige Welt der Maschine, eine Welt, die Pferd und Reiter auf dramatische, wenn auch nicht weniger lebendige und vitalisierende Weise einfing "(zitiert in Marino Marini, Pistoia, 1979, S. 29-30.)

Cavaliere erinnert an die schlichte archaische Schönheit alt etruskischer Skulptur und verwendet eine schlichte Eleganz der Form, um Gefühle des Mysteriums und der ursprünglichen Energie widerzuspiegeln, welche in dem Dualismus von Mensch und Natur enthalten sind. Marini, der die etruskische und ägyptische Kunst den Künsten des antiken Roms, des klassischen Griechenlands sowie gar der Renaissance, überlegen sah, bemerkte einmal, dass die mächtigste Quelle für sein Bildnis von Pferd und Reiter, die der Menschenmassen war, die am Ende des Zweiten Weltkriegs in Mailand zu Pferde flüchteten. Offensichtlich beeindruckte das zeitlose Bild des Pferdes und des Reiters den Künstler als dramatischer Gegensatz zur kollektiven Anonymität und Unpersönlichkeit einer modernen, mechanisierten Armee, sowie die Tatsache, dass die Menschen in ihrer Panik und Verzweiflung auf diese altertümlichere, persönliche und animistische Form des Transports zurückgriffen.


 

AKTUELL:

Marino Marinis Cavaliere wird eines der Highlights unserer nächsten Ausstellung Benvenuta Italia! sein (23. Januar - 21. März 2020). Lassen Sie sich die Gelegenheit nicht entgehen und bewundern Sie diese wundervolle Skulptur mit eigenen Augen!