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1. September - 3. November 2021
RISSA - Ich male wieder
DIE GALERIE, Frankfurt am Main

Mit der Ausstellung Rissa - Ich male wieder widmet DIE GALERIE der Ehefrau des verstorbenen Malers Karl Otto Götz (1914 - 2017) eine umfangreiche Werkübersicht. Die 1938 als Karin Martin geborene Künstlerin war Studentin des Meisters des Informel an der Kunstakademie Düsseldorf und ab 1965 auch dessen Ehefrau. Dabei pflegten beide einen intensiven Austausch um Kunst und Gesellschaft, forschten, arbeiteten, schrieben und dachten gemeinsam. Doch bereits 1964 distanzierte sich Rissa von der informellen Malerei und beschritt ihren eigenen künstlerischen Weg in die gegenständliche Malerei. Von Anbeginn an war es ihr Bestreben, sich mit ihrer Kunst abzuheben und etwas Innovatives und Einmaliges zu schaffen. In ihren aussagekräftigen, spannungsgeladenen Werken verarbeitet Rissa auf eigene Art und Weise politische und sozialkritische Themen, die im Gesellschaftsleben eine prominente Rolle spielen und die Menschen in ihrem Alltag beschäftigen: Globale Konflikte, Religion, Sexualität, Sozialbeziehungen, Umgang mit Umwelt und Ressourcen, Phobien, Neurosen und Süchte – all diese Aspekte sind Objekt einer tiefgreifenden Analyse, die sich auf den zwei Dimensionen der Leinwand vollzieht. Durch die strahlende Kraft ihrer Farben fesselt Rissa den Betrachter, schockiert ihn zuerst mit der unverblümten Ehrlichkeit ihrer Darstellungen und animiert ihn im nächsten Schritt, über die in ihren Werken verborgenen unbequemen Wahrheiten kritisch nachzudenken.

 

Nach vielen Jahren, in denen Rissa sich selbst in den Hintergrund gestellt hatte, findet sie nun wieder Zeit und neue Inspiration für die eigene Malerei. In rund 30 Gemälden, Druckgraphiken und Zeichnungen stellt DIE GALERIE die figurative, narrative und ganz individuelle Bildsprache Rissas vor. Aufgrund des Einflusses von Karl Otto Götz auf Rissas Malerei sowie der tiefen Verbundenheit zwischen den beiden Künstlern, präsentiert DIE GALERIE gleichzeitig eine dem Meistern des Informel gewidmeten Kabinettausstellung.

 

Besuchen Sie hier die 3D-Ausstellung

RISSA - ICH MALE WIEDER

 

 

Sehen Sie sich hier das Interview mit der Künstlerin an

 

 

 

 

 

 

 

Highlight des Monats


Rissa
Von der Erde kommend
Öl auf Leinwand
200 x 260 cm
Signiert, datiert und betitelt verso

Rissa, bürgerlich Karin Martin, wurde 1938 in der DDR geboren, flüchtete aber schon früh gemeinsam mit ihrer Familie in die BRD. 1959 begann sie ihr Studium der Malerei an der Kunstakademie in Düsseldorf und wurde die Schülerin ihres späteren Ehemannes K. O. Götz. Anders als ihr Lehrer entschied sich Rissa schon früh in ihrer künstlerischen Laufbahn für die gegenständliche Malerei. Ihre Bilder sind geprägt von kräftigen und klaren Farben, die als akkurate Farbflächen auf der Leinwand zusammenspielen. Inhaltlich setzt sich Rissa in ihren Werken kritisch mit aktuellen, politschen und gesellschaftlichen Themen auseinander.

Eines dieser Werke ist das Ölgemälde Von der Erde kommend aus dem Jahr 1994. In diesem Bild hat sie die Geschehnisse der Balkankriege (1991-2001) verarbeitet.Ein Engel, der kurz zuvor die Menschen auf der Erde besucht hatte, fliegt am Himmel und blutet aus mehreren Verletzungen an Armen und Händen. Er befindet sich auf dem Rückweg zu Gott um ihm von den Ereignissen auf der Erde zu berichten. Dabei erinnern die Blutfontänen, die wie ein Antriebsstoß erscheinen, und die kreisrunde Zielscheibe am Hinterkopf des Engels an die unmenschlichen Taten während des Kriegs.