ANDREA & PAOLO VENTURA - Träume

3.April - 31. Mai 2014. DIE GALERIE Frankfurt am Main


Mit der Doppelausstellung Andrea & Paolo Ventura – Träume präsentiert DIE GALERIE die erste gemeinsame Werkschau der italienischen Künstlerbrüder.
Geboren 1968 als Zwillinge in Mailand, ist ihre Kindheit geprägt von den Geschichten der Großmutter über die Kriegs- und Nachkriegszeit, von militärischen Relikten, die sich unter der Oberfläche der idyllischen italienischen Landschaft finden lassen. Beide Brüder sind gefesselt von der Vergangenheit ihres Heimatlandes und kreieren in ihren Köpfen eine eigene Fantasiewelt, die bis heute in ihre Kunst einfließt. Eine besondere Gemeinsamkeit ist die Faszination für Kostüme, da nur diese es vermögen, so Paolo Ventura, „einen Menschen in Rang, Ausrüstung, Zeit, Geographie oder Volkszugehörigkeit zu definieren“.
Paolo Ventura studiert von 1989-91 an der Accademia di Belle Arti di Brera in Mailand, findet schon bald in der Fotografie sein bevorzugtes Medium, während sich Andrea als Illustrator und klassischer Maler einen Namen macht. 1991 richten sich die Brüder Ateliers in New York und Brooklyn ein. Ihre Werke sind in großen internationalen Sammlungen vertreten und ihre Einzel- und Gruppenausstellungen machen Stationen in Europa, Asien und den USA.

Heute in Berlin und Brooklyn lebend, wird Andrea Ventura in den USA der Öffentlichkeit zunächst vor allem als brillanter Illustrator bekannt. Seine Porträts von Künstlern für die New York Times, The New Yorker und Rolling Stone sind umjubelt, 2010 wird ihm eine Goldmedaille bei den Lead Awards verliehen. Doch Andrea Ventura ist niemals nur Illustrator, vielmehr entwickelt er sich parallel zum freischaffenden Maler, dessen Werk durch die Kunst der frühen Expressionisten beeinflusst ist. Seine Gemälde sind geprägt von starken Schlagschatten, sein feines Gespür für Kompositionen lässt die Bildszenerien häufig nahezu fotografisch erscheinen. Andrea Venturas Sujets sind klassische Themen der Kunstgeschichte – Interieurs, Porträts, Akte, Architekturansichten, Denkmäler,– und offenbaren zugleich die Faszination des Malers für das Alltägliche. Seine häufig einer vergangenen Zeit angehörenden Figuren setzt er in stille, verlassene Räume, die, durchdrungen von einem kühlen und zarten Licht, ein Gefühl von Einsamkeit und der Sehnsucht nach etwas verloren gegangenem erwecken.

Paolo Ventura lebt und arbeitet in New York, seine Werke sind unter anderem in den Sammlungen des Boston Museums of Fine Art, der Library of Congress in Washington und des Maison Européenne de la Photographie in Paris vertreten und wurden 2010 im italienischen Pavillon auf der Biennale in Venedig gezeigt. Der Künstler spielt in seinem Œuvre mit Ambiguität und Rätselhaftigkeit; seine Bilder sind eine Mischung aus Erinnerungen, Fantasie und Visionen und immer zugleich auch Teil einer längeren szenischen Geschichte. Für seine Fotografien kreiert er Dioramen, kleine dreidimensionale Miniaturmodelle, die er mit Figuren und Requisiten bestückt und anschließend fotografiert. Dabei experimentiert Paolo Ventura so lange mit Licht, Perspektive und Details, bis die gewünschte Atmosphäre – eine Mischung aus Realität und Fiktion – erzeugt ist: „Ich verwende Fotografie, weil Menschen glauben, dass das, was sie auf Fotos sehen, real ist – auch wenn sie wissen, dass es ein Modell ist.“

Vernissage:
02. April 2014, 18.30 Uhr
(nicht öffentlich, nur mit vorheriger Anmeldung)
DIE GALERIE Frankfurt am Main
Grüneburgweg 123
60323 Frankfurt am Main


Die Künstler sind anwesend.
Zur Einführung spricht Dot. Stefania Canali, Historikerin.

Pressestimmen:
www.gestalten.com

Andrea Ventura, Bed of Giosue Carducci, 2012, Acryl auf Leinwand, 30x40cm