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6. Juni - 31. August 2019
RICCARDO CORDERO & EDUARD ANGELI
DIE GALERIE, Frankfurt am Main

Vernissage: 5. Juni 2019, 18.30 Uhr (wir bitten um Anmeldung)

Die Künstler sind anwesend.

Einführung von Philip Rylands, ehemals Direktor der Guggenheim Collection, Venedig.

 

Eduard Angeli: In seinen oft großformatigen Leinwänden und Papierarbeiten macht er Zustände des Daseins sichtbar, die eigentlich nicht darstellbar sind: Stille, Reglosigkeit, Melancholie, eine Welt in Abwesenheit des Menschen. In der Leere seiner traumverlorenen Räume und Landschaften fühlt sich der Betrachter existenziell betroffen; mittels Reduzierung, Vereinfachung und Konzentration seiner Bildinhalte nähert sich Eduard Angeli der existenziellen Frage danach, was am Ende des Lebens bleibt.

Riccardo Cordero:  Corderos Skulpturen sind inspiriert von astronomischen Himmelsphänomenen und tragen Titel wie Stern, Meteorit, Supernova oder unendlicher Kosmos. Das massive Material, Eisen, Bronze, Stahl, das eigentlich doch von der Schwerkraft am Boden gehalten wird, beginnt bei Cordero zu schweben. Der italienische Bildhauer experimentiert mit dem Gleichgewicht der Kräfte; in der spielerischen Bewegtheit der Formen, die an die Dynamik rotierender Kreisel erinnert, scheint er Newtons Gravitationsgesetze außer Kraft zu setzen.

Highlight des Monats


Johannes Heisig
Hafenrundfahrt
Öl auf Leinwand
164 x 200 cm
Signiert und datiert unten rechts 'JoH 2014/15'

Hafenrundfahrt ist ein Paradebeispiel für Werke, die Johannes Heisig „Bilder zu seinem Weltgefühl“ nennt.

In einem Hafenbecken schwimmt ein kleines, vollbesetztes Paddelboot mit drei Insassen: Mutter, Vater und hinten das Kind. Der Vater – eine weitere Selbstdarstellung Heisigs (?) – hält das Paddel schräg vor dem Körper und mit einer Seite im Wasser. Er hat seinen Kopf in den Nacken geworfen und schaut scheinbar orientierungslos nach oben. Hinter ihnen ragt der Bug eines riesigen, bedrohlich wirkenden Schiffes empor, an dessen Deck sich die Passagiere drängen. Die Szenerie wird begleitet von einem dramatischen Sonnenuntergang, der eine surreale Atmosphäre schafft.

Das Boot mit seinen Insassen sieht der Künstler als Metapher für Vereinsamung und Verlassenheit. Während seiner Arbeit am Gemälde hatte er aber auch die Bilder der Flüchtlinge vor Augen, die in Europa nach langem und gefährlichem Weg gestrandet waren. Die Selbstdarstellung des Künstlers im Ruderboot nimmt Bezug auf ein ähnliches Motiv in einem Gemälde seines Bruders Walter Eisler, der 2015 im Alter von 60 Jahren verstarb. Auch er hatte sich selbst in einem Ruderboot sitzend zwischen Riesenschiffen porträtiert. Walter Eisler lebte in Hamburg. Bei einem der letzten Besuche seines Bruders unternahm Johannes Heisig dort mit seiner Enkelin tatsächlich eine Hafenrundfahrt. Heisig lässt hier gleichsam das private und persönliche Erleben mit dem des Gesellschaftlichen kollidieren.


 

 

AKTUELL

Johannes Heisigs Hafenrundfahrt wird vom 23. Juli bis zum 3. November 2019 Teil der Ausstellung Point of No Return im Museum der bildenden Künste in Leipzig sein.

Ab dem 06. November 2019 zeigen wir außerdem in DIE GALERIE neue Werke von Johannes Heisig.

Notieren Sie schon heute die beiden Termine und lassen Sie sich die Ausstellungen nicht entgehen!