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8. November 2018 - 12. Januar 2019
Volker Stelzmann - Mit Pinsel und Stift
DIE GALERIE Frankfurt am Main

Nur selten gelingt es einem Künstler, Malerei und Zeichnung zugleich in ähnlicher Virtuosität zu beherrschen, wie dem in Berlin lebenden Künstler Volker Stelzmann. Die  Zeichnung bildet im Oeuvre des inzwischen 78-jährigen, von der Hochschule der Künste in Berlin emeritierten Professors, einen eigenständigen Teil, welcher nicht lediglich als Studie zukünftiger Gemälde zu verstehen ist, sondern ein eigenes Ganzes bildet. Unter dem Titel  Volker Stelzmann – mit Pinsel und Stift präsentiert DIE GALERIE eine umfassende Werkschau des Künstlers, in der erstmals beide Medien in ebenbürtiger Art und Weise miteinander im Dialog stehen und in welcher eine Reihe neuer, noch  nie gezeigte Werke erstmals zu sehen ist.

Bis heute versteht es Volker Stelzmann wie kaum ein anderer   seinen künstlerischen Positionen, inspiriert von sachlich- realistischer Malerei großer Vorbilder wie Otto Dix, George Grosz,  sowie zugleich beeinflusst von Vertretern des italienischen Manierismus des 16. Jahrhunderts, treu zu bleiben.

Im Rahmen seines langjährigen Schaffens entwickelte der Künstler eine individuelle Bildsprache mit herausragendem Wiedererkennungswert, welche bisweilen auf ein unverwechselbares Figurenrepertoire zurückgreift, das, angelehnt an das Salonleben der 1920er Jahre, entschieden karnevalistische Züge aufweist. Die oftmals wiederkehrenden Motive wie die Entfremdung des Großstadtlebens und die Auseinandersetzung mit christlicher Ikonographie visualisieren in altmeisterlicher Präzision eine eigene Welt und die darin existierenden Gewinner und Verlierer.

 

Vernissage: Mittwoch, den 7. November 2018, um 18.30 Uhr

Einführung: Dr. Eduard Beaucamp, Publizist und Kunstkritiker

Der Künstler ist anwesend.

Bitte beachten Sie, dass eine Teilnahme an der Vernissage nur nach vorheriger Anmeldung möglich ist.

 

Abbildung: 12, 13, 14, 2017, Mischtechnik auf Nessel auf MDF, 140 x 100 cm

Highlight des Monats


André Masson
Le Faucheur
Öl auf Leinwand
92 x 73 cm
Signiert unten rechts 'André Masson'

Hoffnungslos durch die politische Instabilität Frankreichs, zogen Masson und seine Frau Rose 1934 nach Tossa de Mar in Katalonien. Hier trafen sie auf andere Künstler. Inspiriert von der idyllischen Lebensweise des Dorfs begann Masson Insekten und Ernteszenen zu malen. Le Faucher entstand zu Beginn seiner spanischen Periode und stellt Massons Interesse am sozialen Realismus dar.

Auf diesem Gemälde ist ein Mäher zu sehen, der sich im Akt der Erschöpfung über seine Sense beugt, um die Ernte zu schneiden.  Masson verdeutlicht nicht nur die Bewegung des Körpers des Mähers, sondern auch die Wucht der vorherrschenden Sommerhitze. Er vergleicht diese mit den turbulenten Wellen des Meeres, die über den Mäher hinweg spülen, welcher in einem Zustand der Entkräftung die Sense als Gehstock verwendet. Er ist ein anonymer Mann, mit dem Rücken zu uns gewandt – es könnte also ein jeder sein.

Die dominanten Farben dieses Werkes sind Braun- und Grüntöne, die Massons Farbpalette während seiner spanischen Periode widerspiegeln. Masson war fasziniert von der wilden spanischen Landschaft und der Heftigkeit der Sommerhitze. Bezüglich seiner Farbpalette schreibt Masson in einem an den Kunsthändler Kahnweiler adressierten Brief: „Die Farben meiner Gemälde sind anders als die der letzten in Paris angefertigten. Sie zeigen einen intimeren und tieferen Kontakt zur Natur.“ [Morando, C., André Masson. ArtAcatos Sarl. P. 137]

Der Körper des Mähers ist mit wenigen Linien und vereinfachten Farbflächen skizziert. Der auffälligste Körperteil ist das Herz. Ähnlich wie die Sonne, die Energie verbraucht, verbraucht das Herz Blut und ermöglicht es dem Mäher zu arbeiten. Die Energie der Sonne und die Vitalität des Herzen sind durch eine ähnliche Palette warmer Farben miteinander verbunden.