AUS BERLINER SICHT

DIE GALERIE, Frankfurt am Main, 13. November 2014 – 24. Januar 2015

In der Gruppenausstellung Aus Berliner Sicht widmet sich DIE GALERIE der Malerei aus einer der produktivsten Kunst- und Kreativstätten der Welt: Berlin. Neben bekannten Namen wie Johannes Grützke (geb.1937), Volker Stelzmann (geb.1940), Johannes Heisig (geb.1953) und Klaus Zylla (geb.1953) sind auch nachfolgende Künstlergenerationen vertreten, deren unterschiedliche Malstile und Sujets einen Ausschnitt der dynamischen Berliner Kunstlandschaft widerspiegeln.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

Vernissage:
12. November 2014, 18.30 Uhr
(nicht öffentlich, nur mit vorheriger Anmeldung)

DIE GALERIE Frankfurt am Main
Grüneburgweg 123
60323 Frankfurt am Main

Einführung von Annika Rath M.A.
Pressemitteilung zur Ausstellung
Fotogalerie zur Ausstellung


EXPONATE:

Johannes Heisig:
Ungewohnte Seherlebnisse verschafft Johannes Heisig (*1953) nicht nur durch seine kennzeichnende expressiv-impressionistische Technik, dies vermag auch sein neugieriger Blick auf vielfältigste Sujets, darunter Porträts, Stillleben, intime Selbstbetrachtungen und Landschaften aus fremden Perspektiven. Seine persönlichen Reflexionen zur neueren deutschen Geschichte sind unzertrennlich mit der Hauptstadt verbunden und seine ungewöhnlichen Stadtansichten, die enge Hinterhäuser oder breite Panoramen zeigen, repräsentieren eine ganz eigene Wahrnehmung Berlins, das für den Künstler eine nicht versiegende Inspirationsquelle darstellt.

Johannes Heisig, Erster Herbsttag (Neukölln II), 2004, Öl auf Leinwand, 120 x 140 cm

Johannes Heisig, Dialog, 2014, Öl auf Leinwand, 220 x 162 cm

Johannes Heisig, Selbstporträts, 2014, Öl auf Leinwand, je 100 x 30 cm cm

Johannes Grützke:
Als der wohl eigenwilligste Künstler Berlins kann sicherlich Johannes Grützke (*1937) gelten. In Berlin aufgewachsen und bei Prof. Peter Janssen zum Maler ausgebildet, studiert er 1964 an der Sommerakademie bei Oskar Kokoschka in Salzburg und gründet im selben Jahr den Künstlerzusammenschluss der Berliner Schule der neuen Prächtigkeit. Grützke ist Realist; er zeichnet in herausragender Technik menschliche Individuen aus den ungewöhnlichsten Perspektiven. Mit Vorliebe spielt er mit ironisch/sarkastischen Überzeichnungen und Verzerrungen in der Physiognomie der dargestellten Figuren und kehrt deren psychologische Eigenarten von innen nach außen. So gelingt ihm eine Annäherung an sein Sujet ganz ohne Pathos und Idealisierung.

Johannes Grützke, 750 Jahre Berlin, 1987, Ölkreide auf Papier, 100 x 162 cm

Johannes Grützke, Selbstporträt, 1983, Pastellkreide auf Papier, 64 x 45 cm

Johannes Grützke, Die Liegende mit Brust, 1989, Pastell auf Papier, 122 x 104,5 cm

Volker Stelzmann:
Mit Rückbezug auf die Malerei der Neuen Sachlichkeit der 1920er Jahre gehört der in Dresden geborene und in Berlin lebende Volker Stelzmann (*1940) heute zu den wenigen Feinmalern, die in altmeisterlicher Technik den „modernen Malweisen“, dem gewollt „Unfertigen“, entgegentreten. Der Malgrund bereitet bei ihm die Bühne einer Inszenierung menschlicher Verhaltensweisen, sowohl in ihrer zeitgenössischen als auch in ihrer zeitlos allgemeingültigen Dimension.

Volker Stelzmann, Tango I, 1992

Volker Stelzmann, Balance, 2012, Mischtechnik auf Nessel auf MDF, 140 x 100 cm

Volker Stelzmann, Meerschnecken, 2012, Mischtechnik auf Nessel auf MDF, 50 x 70 cm

Volker Stelzmann, Selbstbildnis mit grauer Mütze, 1997, Mischtechnik auf Nessel auf MDF, 48,5 x 35 cm

Klaus Zylla:
Gegensätzlich und sprunghaft, wild und expressiv, so ist Berlin und so sind die Arbeiten von Klaus Zylla (*1953). In gestisch ausdrucksvoller Manier beschreibt der in Cottbus geborene und heute in Berlin und Portugal lebende Künstler mit Hilfe verschiedenster künstlerischer Mittel eine reiche Bandbreite an Ausdrucksformen, oszillierend zwischen Abstraktion und Figuration, Komik und Ernst, Spott und Ironie, Trauer und Blasphemie, Obszönität und Koketterie, Erotik und Keuschheit.

Klaus Zylla, Urjäger, südlich des Eises (II), 2013, Mischtechnik auf Leinwand, 170 x 130 cm

Klaus Zylla, Urjäger, südlich des Eises (V), 2013, Mischtechnik auf Leinwand, 160 x 120 cm

Klaus Zylla, Urjäger, südlich des Eises (VI), 1992/2013, Mischtechnik auf Leinwand, 140 x 140 cm

Klaus Zylla, Ohne Titel, 1998, Mischtechnik auf Papier, 39 x 58 cm

Klaus Zylla, Weißes Bild, 2009, Öl auf Leinwand, 100 x 80 cm

Klaus Zylla, Die Werbung, 2008, Öl auf Leinwand, 120 x 90 cm

Andreas Leissner:
Dass das Leben in einer Metropole auch immer mit Isolation und Anonymität einhergeht, weiß Andreas Leißner (*1978) als gebürtiger Berliner und bringt diesen Aspekt in seinen zeitgenössisch-realistischen und sachlichen Werken zum Ausdruck. Seine meist männlichen Figuren in Teilansicht positioniert er groß und präsent neben urbane Strukturen wie Architekturen, Maschinen oder Industrieanlagen. Ob kämpferisch herausfordernd oder sich versteckend und in sich gekehrt, eine gewisse Verletzlichkeit bleibt stets erkennbar. Was allen Protagonisten jedoch gemein ist, ist ihre Vereinzelung und Selbstbezogenheit.

Andreas Leißner, Warten IV, 2014, Öl auf Nessel auf MDF, 105 x 125 / 43 x 125 cm

Andreas Leißner, Warten III, 2014, Öl auf Nessel auf MDF, 98 x 135 cm / 52 x 135 cm

Andreas Leißner, Schläfer, 2014, Öl auf Leinwand, 170 x 145 cm

Andreas Leißner, Rauchwolke I, 2014, Öl auf Nessel auf Tafel, 30 x 34 cm

Andreas Leißner, Rauchwolke II, 2014, Öl auf Nessel auf MDF, 30 x 34 cm

Andreas Leißner, Rauchwolke III, 2014, Öl auf Nessel auf MDF, 30 x 26 cm

Andreas Leißner, Wasserpflanzen II, 2014, Öl auf Nessel auf MDF, 17,5 x 17,5 cm

Andreas Leißner, Wellen I, 2014, Öl auf Nessel auf MDF, 14 x 13 cm

Andreas Leißner, Weltraum I, 2014, Öl auf Nessel auf MDF, 17 x 24 cm

Andreas Leißner, Weltraum II, 2014, Öl auf Nessel auf MDF, 32 x 54 cm


Adriana Ciudad:
In Lima geboren, kommt Adriana Ciudad (*1980) im Jahr 2002 nach Berlin, um an der UdK zu studieren. Ihr Sujet ist das Alltägliche; mit feinem, selbstbewusstem Strich zeichnet sie das Leben auf den Straßen einer Metropole nach, sei es Berlin, Bogota oder Lima, wo sie heute lebt und arbeitet. Mehr als die reine Widerspiegelung von Realität entlarvt sie die geistigen Landschaften und entrückten Welten, die hinter dem Offensichtlichen liegen. Ihre zumeist weiblichen Figuren verwachsen durch Lineament, geometrische Strukturen und wässrige Farbflecken mit ihrer Bildumgebung und verweisen so auf die Auseinandersetzung des Individuums mit der Welt.

Adriana Ciudad, Ukuku, Wasserfarben, Tusche und Bleistift auf Papier, 30,5 x 23 cm

Adriana Ciudad, Tropical, 2014, Wasserfarben, Tusche und Bleistift auf Papier, 30,5 x 45,5 cm

Adriana Ciudad, Triple Face, 2014, Wasserfarben, Tusche und Bleistift auf Papier, 30,5 x 23 cm

Adriana Ciudad, Policia, 2014, Wasserfarben, Tusche und Bleistift auf Papier, 30,5 x 45,5 cm

Adriana Ciudad, Dreck, 2014, Wasserfarben, Tusche und Bleistift auf Papier, 30,5 x 45,5 cm

Adriana Ciudad, Batboy, 2014, Wasserfarben, Tusche und Bleistift auf Papier, 30,5 x 23 cm

Adriana Ciudad, Ballast, Wasserfarben, Tusche und Bleistift auf Papier, 30,5 x 45,5 cm

Adriana Ciudad, Am Kotti 1, Wasserfarben, Tusche und Bleistift auf Papier, 30 x 40 cm

Adriana Ciudad, Am Kotti 2, Wasserfarben, Tusche und Bleistift auf Papier, 30 x 40 cm

Adriana Ciudad, Am Kotti 3, Wasserfarben, Tusche und Bleistift auf Papier, 17 x 24 cm

Adriana Ciudad, Am Kotti 4, Wasserfarben, Tusche und Bleistift auf Papier, 17 x 24 cm

Christopher Lehmpfuhl:
„Es ist ja kein Malen, sondern Modellieren mit Farbe.“ so der gebürtige Berliner Christopher Lehmpfuhl (*1972) zum Entstehungsprozess seiner Bilder, die auf unzähligen Reisen und Erkundungstouren in Natur und Stadt in Tradition der Pleinairmalerei entstehen. Zu seinen Motiven gehören besonders Landschaften, aber auch der sich stets im Wandel befindende urbane Raum seiner Heimatstadt. Ohne Pinsel, mit den bloßen Händen, türmt er zügig und intuitiv dickste Farbschichten auf der Leinwand auf.

Christopher Lehmpfuhl, Magnolie und Schrebergarten, 2014, Öl auf Leinwand, 100 x 120 cm

Christopher Lehmpfuhl, Humboldtbox, 2012, Öl auf Leinwand, 150 x 160 cm

Christopher Lehmpfuhl, Tempelhofer Feld, 2014, Öl auf Leinwand, 80 x 100 cm

Christopher Lehmpfuhl, Die Mühle, 2008, Öl auf Leinwand, 140 x 120 cm

Christopher Lehmpfuhl, Lustgarten am Abend, 2012, Öl auf Leinwand, 120 x 140 cm


Torsten Holtz:
Auch die Protagonisten in den Gemälden von Torsten Holtz (*1973) scheinen – in Isolation gestrandet und vollkommen gelöst von gesellschaftlichen Bezügen – in einer Art Schwebezustand. Faszinierend emotionslos zeichnet der in Berlin geborene und lebende Künstler eine rosarote Welt mit weiten Horizonten, die überall und nirgendwo zugleich sein könnte. In der für den Betrachter oft nicht greifbaren Malerei vermischen sich reale Wirklichkeit und phantastische Imaginationen zu Darstellungen, die zwar Rückbezüge zum Magischen Realismus herstellen, jedoch vollkommen in die Gegenwart des 21. Jahrhunderts übersetzt sind.

Torsten Holtz, Tag, 2014, Öl auf Leinwand, 120 x 160 cm

Torsten Holtz, Ohne Titel, 2014, Öl auf Leinwand, 100 x 80 cm

Torsten Holtz, Überlebender, 2010, Öl auf Leinwand, 30 x 40 cm

Torsten Holtz, Medusa, 2008, Öl auf Leinwand, 36 x 28 cm

Torsten Holtz, Die gelbe Linie, 2006, Öl auf Hartfaserplatte, 45 x 30 cm

Torsten Holtz, Kindheitserinnerung, 2009, Öl auf Leinwand, 40 x 30 cm

Ulrike Seyboth:
Entrückt und erdacht sind die ungegenständlichen Bildwelten vonUlrike Seyboth (*1970), die die verschiedenen emotionalen Zustände des Bewusstseins der in Berlin und Paris lebenden Künstlerin widerspiegeln. Ihrer Arbeitsweise ähnelt der Écriture automatique der Surrealisten, sie lässt ihr Lineament intuitiv über die Leinwand tänzeln, sich übermütig aus einer Vielzahl von Übermalungen und Farbschichten hindurch schlängeln. Gefühl, Klang und Farbe gehen in vibrierende Formen und Farbfelder ein, die dem Betrachter viel Raum für Assoziationen bieten.

Ulrike Seyboth, canado go, 2008, Öl auf Leinwand, 100 x 120 cm

Ulrike Seyboth, rêve, 2011, Öl auf Leinwand, 80 x 100 cm

Ulrike Seyboth, vivhanat gris, 2011, Öl auf Leinwand, 110 x 140 cm

Ulrike Seyboth, c'est la vie - dispositionen / Tarantella, 2009, Öl auf Leinwand, 150 x 140 cm

Ulrike Seyboth, La Sagnyere I, 2014, Mischtechnik auf Papier, 92 x 70 cm

Ulrike Seyboth, La Sagnyere III, 2014, Mischtechnik auf Papier, 92 x 70 cm

Ulrike Seyboth, La Sagnyere V, 2014, Mischtechnik auf Papier, 92 x 70 cm